Gewalt ist nicht privat

Weil es als Privatangelegenheit gilt, wie ein Paar seine Arbeit und Finanzen aufteilt, erfahren Frauen bei ihrer finanziellen Entrechtung zu wenig wirksame Unterstützung. Die finanzielle Gleichberechtigung von Frauen endet häufig mit dem ersten Kind. Moralischer Druck und emotionale Erpressung führen oft genug zur Unterzeichnung von Kredit- oder Eheverträgen, die den Interessen betroffener Frauen zuwider laufen. Finanzielle Gleichberechtigung ist abhängig davon, dass die Interessen und die Verhaltensweisen von Frauen ernst genommen werden, gerade wenn sie sich von traditionell männlichen unterscheiden. Die Verantwortungsübernahme von Frauen für eine stabile Beziehung und Familie darf nicht zur Legitimation ihrer finanziellen Diskriminierung führen.  

Finanzielle Gewalt ist keine Privatangelegenheit ist, sondern sie findet auf der Schnittstelle zwischen privatem und öffentlichem Raum statt, ausgeübt von (Ex-)Partnern und legitimiert sowie oft genug auch unterstützt von Banken, Justiz und dem Staat, dessen Aufgabe es sein sollte, Schwächere vor Gewalt zu schützen. Ich möchte für finanzielle Gewalt sensibilisieren und ein Bewusstsein dafür schaffen, dass die Ermunterung an jede einzelne Frau, ihre finanziellen Interessen selbstbewusst zu vertreten, nicht ausreicht.

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