Über mich

Ich gehöre zu den vielen Frauen, denen ihre finanzielle Autonomie wichtig ist. In zwei Ehen habe ich finanzielle Gewalt in verschiedener Ausprägung erlebt. Bei Veröffentlichung des Buches „Bis das Geld euch scheidet“ (2004) legte mir der Verlag zu meinem Schutz ein Pseudonym nahe.

Katharina Martin ist ein Pseudonym.

Als ich anfing, über finanzielle Gewalt gegen Frauen in Beziehungen zu recherchieren, wurde mir rasch klar, dass es dafür kein öffentliches Bewusstsein gibt. Frauen, die von ihren (Ex-)Partnern finanziell entrechtet werden, erfahren kaum wirksame Unterstützung. Während Vergewaltigung in Ehen seit 1996 strafbar ist, kann jeder Mann seine Frau bis heute ungestraft finanziell über den Tisch ziehen. Finanzielle Gleichberechtigung in Ehen ist nicht einklagbar, sondern gilt als Privatsache. Da Männer in vielen Familien mehr als ihre Frauen verdienen, hängt deren finanzielle Gleichberechtigung am Goodwill ihres Partners. Was das bedeutet, erleben Frauen, deren Männer keine Lust haben, über Geld zu diskutieren. Mein Mann ging in seiner „Unlust“ sogar so weit, meine Unterschrift gegenüber der Bank zu fälschen. Selbst als ich diese gefälschte Unterschrift entdeckte, zeigte er kein Unrechtsbewusstsein. Ob er es entwickelte, als ich ihn anzeigte und er infolge meiner Strafanzeige eine (wenn auch geringe) Strafe bezahlen musste, ist kaum wahrscheinlich. Etwas Anderes interessiert mich aber ohnehin mehr: eine Zukunft für Frauen, in der Staat und Justiz sie wirksam gegen finanzielle Gewalt durch ihre (Ex-)Partner schützt.

Ich habe drei Kinder (weitgehend allein) groß gezogen und bin neben meiner Berufstätigkeit als Autorin und Verlegerin aktiv.

Lea Martin, siehe auch: https://www.joanmartin.de